Kundenportal erstellen: Fertige Software oder individuell? Der ehrliche Leitfaden
Wer ein Kundenportal erstellen will, bekommt meist zwei Antworten. Software-Anbieter sagen: Nehmen Sie unser Tool. Agenturen sagen: Wir bauen Ihnen etwas Eigenes. Beides ist manchmal richtig und manchmal teuer falsch.
Dieser Leitfaden ist für Entscheider im Mittelstand, die vor genau dieser Frage stehen. Er zeigt, welche drei Wege es gibt, wie Sie in fünf Fragen herausfinden, welcher zu Ihnen passt, und an welchen Stellen Portalprojekte in der Praxis scheitern.
Kurz gesagt: Ein Kundenportal ist ein geschützter Online-Bereich, in dem Ihre Kunden selbst Bestellungen, Rechnungen, Dokumente oder Anfragen einsehen und verwalten. Sie können es mit fertiger Kundenportal-Software, mit einem Baukasten oder als individuelle Entwicklung erstellen. Fertige Software reicht, solange Ihre Abläufe dem Standard entsprechen. Individuell lohnt es sich, wenn das Portal tief mit ERP oder Warenwirtschaft verbunden sein muss oder Ihre Prozesse nicht in ein Standardschema passen.
Was ist ein Kundenportal?
Ein Kundenportal ist ein Login-Bereich für Ihre Kunden. Statt anzurufen oder eine Mail zu schreiben, erledigen sie Dinge selbst: den Lieferstatus prüfen, eine Rechnung herunterladen, ein Dokument hochladen, eine Reklamation melden.
Der eigentliche Wert liegt nicht in der Oberfläche, sondern dahinter. Ein gutes Kundenportal zeigt keine Kopie Ihrer Daten, sondern greift auf dieselben Daten zu, mit denen Ihr Team arbeitet. Erst dann sieht der Kunde, was wirklich stimmt, und Ihr Innendienst muss nichts doppelt pflegen.
Drei Wege, ein Kundenportal zu erstellen
1. Fertige Kundenportal-Software
Viele CRM- und Helpdesk-Systeme bringen ein Kundenportal mit, etwa HubSpot, Zendesk oder Salesforce. Sie schalten es ein, passen Farben und Felder an und sind schnell startklar.
Das passt, wenn Sie das System ohnehin nutzen und das Portal vor allem Tickets, Wissensartikel oder einfache Kundendaten zeigen soll. Es wird schwierig, sobald Daten aus Systemen kommen, die das Tool nicht kennt, etwa aus einer eigenen Warenwirtschaft.
2. Baukasten oder Plugin
Es gibt Portal-Baukästen und für WordPress auch Plugins mit Login-Bereichen. Das ist günstig für einfache Fälle: Dokumente nach Kunde sortiert bereitstellen, ein geschützter Downloadbereich.
Für Prozesse mit Logik, also Freigaben, Bestellungen, individuelle Preise, stoßen solche Lösungen schnell an Grenzen. Dann wird viel um das Werkzeug herum gebastelt.
3. Individuelle Entwicklung
Hier wird das Portal genau für Ihre Abläufe gebaut und direkt an Ihre Systeme angebunden. Mehr Aufwand am Anfang, dafür bildet es ab, wie Ihr Unternehmen tatsächlich arbeitet, und gehört Ihnen.
